Was ist Bindegewebsmassage / Bigema / Bgm ?

Korrekter ist die Bezeichnung:
Reflexzonentherapie / -massage im Bindegewebe

Wann ?:

Mitte bis Ende der 30ger Jahre des 20. Jhdt.

Wer ?:

Elisabeth Dicke - Krankengymnastin, 1884 - 1952
Dr. Hede Teirich-Leube - Krankengymnastin u. Ärztin, 1903 - 1979

Zunächst empirische Entwicklung durch E.Dicke in Berlin. Die Entdeckung der Technik entstand durch Selbstbehandlung auf Grund schwerer Durchblutungsstörungen in den Beinen.
Später - Anfang bis Ende der 40ger Jahre- folgte die gemeinsame wissenschaftliche Arbeit, durch Fallstudien am Patienten unter Mitarbeit von Prof. Kohlrausch an der Freiburger Universitätsklinik.
Die Wirksamkeit der Methode konnte nachgewiesen werden und wurde 1949/50 in folgender Literatur veröffentlicht:

"Massage reflektorischer Zonen im Bindegewebe"
bei rheumatischen und inneren Erkrankungen
Gustav Fischer Verlag, Jena; nur antiquarisch erhältlich!?

Heute ?:

Die Methode ist fester Bestandteil innerhalb der Ausbildung zum Physiotherapeuten und Masseur.

Wo ?:

In den Verschiebeschichten der Körperdecke (Oberhaut - Faszie), bis an bzw. mit der Körperfaszie (bindegewebige Körperhülle), sowie an / mit bestimmten Muskelrändern.

Welche Techniken ?:

Von der Hauttechnik - eher oberflächliche Arbeitsgänge, bis zur Faszientechnik, die eher mit tiefen Arbeitsgängen durchgeführt wird.
Für tiefe Arbeitsgänge ist das so genannte Schneidegefühl charakteristisch, welches durch den therapeutischen Zug entstehen soll bzw. muss.
Der Befund steht am Anfang jeder Behandlung und orientiert sich u.a.. an den Spannungs- und Flüssigkeitszuständen der Körperdeckenschichten. Der Befund des Bindegewebes diktiert die Wahl der entsprechenden, notwendigen Technik.
Ferner werden die Headīschen - Zonen, sowie die so genannten Bindegewebszonen in die Befunderhebung einbezogen.

Wirkung ?:

Durch den mechanischen Reiz auf das Bindegewebe werden die in ihm liegenden Nervenendigungen gezielt gereizt. Die Bindegewebsmassage stellt somit auf der einen Seite einen spezifischen Reiz für das Bindegewebe dar, und auf der anderen Seite einen 'unspezifischen' auf das vegetative Nervensystem. Die neurophysiologische Wirkung, die durch den mechanischen Reiz ausgelöst wird, steht jedoch im Vordergrund.

Lokale, sowie fernörtliche, reflektorische Spannungs- und Durchblutungs- veränderungen in der Körperdecke und in den Organen und Gefäßen sind sichtbare und spürbare Reaktionen.

Ferner kommt es zu Veränderungen des allgemein Befindens z.B. - Müdigkeit, Wachheit -, aber auch emotionale Veränderungen wie - Trauer, Freude etc. - können auftreten.

Siehe auch Indikationsliste