Aus dem Begriff, der vor 60 Jahren nach Elisabeth D I
C K E noch „ Massage reflekorischer Zonen im Bindegewebe“ hieß,
wurde kurz und prägnant „Bindegewebsmassage“ und als Kürzel
liest man heute in allen diesbezüglichen Verordnungen nur noch „BIGEMA“.
Die Massage wurde von H O F F A vor über 100 Jahren in seinem Vorwort als
„von Ärzten auszuführende Methode“ eingegrenzt. Heute
gibt es jedoch kaum noch einen Arzt, der diese Methode ausübt oder in der
Lage ist, ihre Technik und Wirkweise zu beurteilen. Ausführende sind heute
Masseure und Physiotherapeuten.
Bindegewebsmassage zu verordnen setzt Kenntnisse über deren Technik, den
Applikationsort, den Weg der gesetzten Reize, den Angriffsort und über
das zu erwartende Ergebnis voraus.
Nur wer die Anatomie und Physiologie des Vegetativen Nervensystems mit ihren
Verschaltungen und zentralen Verbindungen zu anderen Systemen des menschlichen
Organismus kennt, kann befundgerechte Verordnungen treffen.
Das Vegetative Nervensystem, das mit dem Hormonhaushalt und der Psyche eng benachbart
ist, ist ein ideales Medium, über das man regulierende Einflüsse auf
Dysbalancen der oben genannten Systeme senden kann.
Autonom heißt ohne Bewusstseinskontrolle. Fehlfunktionen des Körpers,
das Vegetative Nervensystem betreffend, können mit unserem Willen nicht
behoben werden. Wir sind also auf fremde Hilfe angewiesen.
Die Pharmazie hält einen breiten Fächer von Substanzen bereit, die
die Balance zwischen Vagus und Sympatikus regulieren sollen. Trotzdem kann man
die Feinabstimmungen und die Dosierungen, wie sie durch die „Bigema“
möglich sind, durch Medikamente nicht ersetzen.
Solange die Methode als Zweig der Ausbildung zum Masseur und zum Physiotherapeuten
besteht, ist die Voraussetzung für deren fachgerechte Ausübung gegeben.
Es ist zu wünschen, dass Ärzte sich nun auf diese Methode, die im
Heilmittelkatalog eine weitere Abkürzung (BGM) erfahren hat, besinnen.
Die Einwirkung auf funktionelle Störungen der inneren Organe, der Gefäße
und der Nervenbahnen ist eine wertvolle Unterstützung der Therapie von
außen mit nachhaltiger Effizienz.
Dr. med. Ulrich Storck
VITA
| 1934 1954 1962/1963 1963/1965 1965/1967 seit 1968 ab 1977 1980 ab 1981 |
geboren Medizinstudium in Frankfurt, Bonn und Marburg Weiterbildung zum Internisten Universitätsklinik Marburg (Prof. Schölmerich) Klinik Sanatorium Fürstenhof, Bad Wildungen (Dr. Zipp) Universitätsklinik Mainz (Prof. Schölmerich) Leitender Arzt an der Klinik für Physikalische Therapie, Bad Endbach Rheumasprechstunde an der Universitätsklinik Marburg Rheumatologe Lehrauftrag an der Universitätsklinik Marburg diverse Vorträge bei ärztlichen Fortbildungskongressen zum Thema Rheumatologie oder Physikalische Therapie / Massage Umarbeitung und Neuauflage des Buches „Technik der Massage“ Jährlich allgemeinverständliche Vorträge vor Laien über „Physiotherapie bei rheumatischen Erkrankungen“ |
| 7.11.1920 1941 1943 1946 1948 1970 1981 1986 |
geboren in Hamburg-Eilbek Ausbildung zur Krankengymnastin in Freiburg Krankengymnastin im Lazarett für Hirn- und Nervenverletzte, unter der Leitung von Prof.Peiper, in Teupitz-Großhöris-Brandenburg Krankengymnastin im Robert-Bosch-Krankenhaus in Stuttgart Lehrkraft in der Schule für Krankengymnastik in Freiburg, unter der Leitung von Hede Teirich-Leube und selbstständige Tätigkeit in eigener Praxis Leitung der Schule für Krankengymnastik in Freiburg Aufbau der geriatrischen Rehabilitation im Richard Reme´-Haus in Hamburg, Erarbeitung von Daten für die Anerkennung der geriatrische Rehabilitation durch die Krankenkassen, in Zusammenarbeit mit der evangelischen Schwesternschaft des Amalie-Sieveking-Krankenhauses und der Hamburger Behörde für Arbeit und Soziales Autorin des Fachbuches `Bindegewebsmassage´, Gustav Fischer Verlag |